Galant in siebter Generation

Unser Einzelhandelsgeschäft in Borken feierte im Jahr 2010 sein 200-jähriges Bestehen. In siebter Generation führen Engelbert und Angelika Vierhaus das inzwischen auf hochwertige Damenoberbekleidung spezialisierte Modehaus.

Damit haben sich die Akzente seit dem Jahr 1808 etwas verschoben. Urahn Anton Vierhauß, geboren anno 1720 am Kornmarkt zu Borken war seines Zeichens Wollspinner. Sein Sohn Joan Edgar Vierhauß verfeinerte das textile Handwerk und schlug die Laufbahn des Huterers und Kappenmachers ein. Er war es auch, der sich 1808 an der Mühlenstraße, bis heute der Vierhaus-Sitz, niederließ. An die Kappenmacherei war damals schon ein Verkaufsladen angeschlossen, in dem außer Mützen auch Hüte, Zylinder, steife Kragen und Chemisetts angeboten wurden. Bei letzerem handelte es sich um die gestärkte Hemdbrust für den Herrn.

Das Sortiment erweiterte sich in der folgenden Vierhaus-Generation, die fortan auf das scharfe ß am Namensende verzichtete. Hinzu kamen beispielsweise Mützen für Schüler und die Abiturientia. Außerdem wurden die ersten "Galanteriestücke" gefertigt: Muffs, Stolen, Capes und Boas aus Pelzen. Die Bauern hatten zumeist eine Jagd. Die Pelze etwa von Fuchs, Iltis oder Hermelin ließen sich die Frauen zu Schmuckstücken für ihren Sonntagsstaat umarbeiten.

Johann Heinrich Vierhaus begründete in den 1860er Jahren die Kürschner-Tradition der Familie. Auch der heutige Inhaber Engelbert Vierhaus hat das Pelzhandwerk von der Pike auf gelernt. Als 22-Jähriger legte er 1966 die Meisterprüfung ab. Er hatte das Geschäft von seiner Tante übernommen. Die wiederum hatte es an Stelle ihres Bruders Engelbert Gerhard Vierhaus fortgeführt, der 1941 im Krieg umgekommen war. Das schöne Giebelhaus an der Mühlenstraße wurde kurz vor Kriegsende im März 1945 zerstört. 1949 wurde das Wohn- und Geschäftshaus wieder aufgebaut, 1958, im Jahr des 150-jährigen Jubiläums, folgten Werkstatt und Lagerräume. 1968 wurde das heutige, seitdem mehrfach modernisierte Geschäftshaus gebaut.

Engelbert Vierhaus hat während der knapp 50 Jahre, die er in dem Familien-Unternehmen tätig ist, schon viele Höhen und Tiefen der Branche erlebt. Die Zeit, als Pelze immer verpönter wurden, zum Beispiel: Seit dem Rückgang dieser Sparte liegt der Schwerpunkt auf hochwertiger Damenoberbekleidung namhafter deutscher und internationaler Mode-Marken. Die "Seele des Geschäfts", sagt Engelbert Vierhaus, sei seine Frau Angelika.

Ob die achte Generation eines Tages das Zepter übernimmt, steht noch nicht fest. "Die Voraussetzungen dafür sind aber geschaffen", berichtet Engelbert Vierhaus. Seine Tochter Lisa habe in Hamburg eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau mit Bravour absolviert.

willkommen - vierhaus mode

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